Recht + Sicherheit

Größtes Fingerspitzengefühl ist gefragt, wenn sich die rund 5.000 deutschen Gerichtsvollzieher auf den Weg zu ihren „Kunden“ machen, um Urteile und Beschlüsse der Gerichte zu vollstrecken: Freudig willkommen geheißen werden sie selten.
 
Wer den Beruf dieser besonderen Justizbeamten ausüben will, muss äußerst belastbar sein. Bei Pfändungen, Wohnungsräumungen, zwangsweisen Kindeswegnahmen, Hausverboten, Verhaftungen oder Vorführungen zur Blutentnahme sind Aggressionen seitens der Betroffenen an der Tagesordnung. Unter schwierigsten Bedingungen sorgen die Gerichtsvollzieher für die Umsetzung von Recht und Gerechtigkeit, insbesondere wenn es darum geht, die rechtmäßigen Geldforderungen von Gläubigern gegenüber säumigen Schuldnern durchzusetzen. Oft despektierlich als „Schuldeneintreiber“ verunglimpft, stellen sie in Wirklichkeit einen wichtigen und verlässlichen Standortfaktor des Rechtsstaats dar.
 
Übrigens: Den sprichwörtlichen „Kuckuck“ gibt es immer noch – allerdings ohne „Kuckuck“. Früher trug das Pfandsiegel, mit dem die Gerichtsvollzieher beschlagnahmte Gegenstände kennzeichnen, das Staatswappen: den Adler. Heute sind nur noch die Bezeichnung „Pfandsiegel“ und der Name des jeweiligen Amtsgerichts, dem der Gerichtsvollzieher angehört, zu sehen.

 
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